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Zur Geschichte des Briloner Stadtforstes

Bei der Gründung der Stadt Brilon im Jahre 1220 durch Erzbischof Engelbert I. von Köln wurde die Stadt mit einer Mark (Landfläche) "geringeren Umfangs" ausgestattet. Diese Mark teilte sich auf in eine stadtnahe Ackerflur und den entfernter gelegenen Wald. Die Nutzung der Waldmark stand in bestimmtem Umfang den einzelnen freien Bauern zu.
 

Regelungen, die dazu dienten, den Wald nicht im Übermaß zu nutzen, lagen im Mittelalter in den Händen der jeweiligen Grundherrschaft. In Brilon erfolgte die Wahrnehmung dieser Aufgaben durch die Stadt selbst und zwar im Namen des Erzbischofs von Köln als Landesherrn. In diese Zeit fallen somit die ersten Anfänge des städtischen Einflusses auf den Briloner Wald.  

Hansestadt Brilon
Bereits um 1300 erlebte Brilon eine erste Blüte. Handel und Gewerbe ließen ein wohlhabendes Bürgertum entstehen. Die Stadt besaß bereits eine eigene Münze und gehörte seit 1255 dem Hansebund an. Sowohl die politische Kraft der Stadt, als auch ihre damals beachtliche wirtschaftliche Stellung übten auf die Region einen starken Einfluss aus.

Die ursprüngliche Stadtmark war von einer größeren Anzahl weiterer Marken umgeben. Außerdem befanden sich noch mehrere Höfe in der nächsten Umgebung Brilons. Die Vorteile der Stadt lockten immer mehr Landbewohner in den Schutz ihrer Mauern. Durch die zunehmende Entvölkerung in den Außenbereichen der Stadt verloren die Besitzungen in den ausgedehnten Marken immer mehr an Wert und so war mit dieser Entwicklung eine wachsende Verarmung der besitzenden Familien verbunden.

Stadt kauft systematisch Wald
Die Stadt selbst kaufte seit Anfang des 16. Jahrhunderts alles frei werdende Land systematisch auf, gab die Äcker an Bürger in Pacht und behielt den Wald in eigener Hand. Ebenso kauften Bürgermeister und Rat für die Stadt ursprüngliche Wald-Anteile (sog. "Echtworte") auf. Es wurde angeordnet, dass alle Bürger, Bürgerfrauen und Kinder verpflichtet seien, falls sie aus Not oder aus sonst irgendeinem Grund ihre Erbgüter verkaufen wollten, diese zunächst der Stadt anzubieten hatten. "Sie sollten die Güter nicht an Auswärtige, an Klöster oder Junker verkaufen" (1522). Diese weitsichtige Regelung räumte der Stadt schon sehr frühzeitig eine Art Vorkaufsrecht an den umliegenden Waldungen ein. Als Ergebnis dieser Erwerbspolitik erstreckte sich das damalige Stadtgebiet um 1530 bis über die heutige Grenze Hessens hinaus.
 

Entstehung der Briloner Schnade
Im 16. Jahrhundert kam es zu zahlreichen Grenzstreitigkeiten, die die Briloner vor Gericht, gelegentlich aber auch in handfesten kriegerischen Auseinandersetzungen ausfochten. Aus den vielfältigen Verhandlungen um den Grenzverlauf entstand die Briloner "Schnade", ein typisch Briloner Brauch, was bedeutet, dass "das wehrhafte Mannsvolk" alle zwei Jahre einen Teil der Gemarkungsgrenzen abschreitet und kontrolliert, ob die Grenzmarkierungen noch an der richtigen Stelle stehen. Der erste Schnadezug dieser Art wurde bereits am 24. Juni 1388 urkundlich erwähnt.

Wandel zur Ackerbürgerstadt
Mit dem geschilderten Eigentumserwerb und dem Ankauf der privaten Markenanteile wuchs der Einfluss der Stadt auch auf die Verwaltung des Markenwaldes. Gleichzeitig verlor die Stadt Brilon im 16. Jahrhundert mehr und mehr ihre einstige wirtschaftliche und damit politische Bedeutung. Sie degenerierte zur reinen Ackerbürgerstadt, die durch Kriegswirren und Seuchen immer mehr entvölkert wurde.

Bereits 1450 hatte die Stadt das Recht erhalten, alle "wüsten Hausstätten" ohne Widerrede der Berechtigten einzuziehen, ein Privileg, das auf Weisung des Erzbischofs von Köln in den Jahren 1509 und 1515 noch einmal bekräftigt wurde. Daraus entstand in den Folgejahren weiteres städtisches Eigentum an Grund und Boden.

Die alten Markenwaldungen, in denen die Markgenossen Träger von Rechten, Pflichten und Lasten gewesen waren, gingen mehr und mehr in städtisches Eigentum über. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Wechsel vom ursprünglichen Markenwald in städtisches Eigentum gegen Ende des 16. Jahrhunderts vollzogen war. Nach dem 1595 verfassten Verzeichnis der herkömmlichen Rechte nahm die Stadt für sich in Anspruch, "Wald und Feldflur zu erweitern, Holzung und Weide zu verlegen, Grund und Boden selbst zu nutzen, Wald zu kaufen und zu verkaufen und Forstfrevler zu bestrafen".

Die Nutzung der Briloner Wälder durch die Bürger verlief noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts sehr vielfältig. Die ausdehnten Buchenbestände, die überwiegend im Niederwaldbetrieb (Stockausschlag) betrieben wurden, deckten den Bedarf an Brennholz sowie Laub und Plaggen für die Viehhaltung. Ebenso boten die lichten Eichenbestände Gras und Früchte für die Waldweide von zahllosen Rindern und Schweinen und lieferten die Gerbrinde für die Lohgerber. In größerer Entfernung zur Stadt auf den Briloner Höhen ging der Köhler seinem einsamen Handwerk nach.

Entwicklung zum heutigen Forstbetrieb

Der Briloner Stadtwald ist heute zu rund 30 Prozent mit Laubwald und zu fast 70 Prozent mit Nadelwald bestockt. Im Verlauf der vergangenen 150 Jahre ist die Fichte zur dominierenden Baumart geworden, mit der alle in den vorangegangenen Jahrhunderten übernutzten Waldflächen wieder aufgeforstet wurden.

Die Entwicklung zum heutigen Forstbetrieb Brilon begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In der Zeit der hessischen Oberhoheit (1803 bis 1815) erließ das Großherzoglich-Hessische Oberforstkollegium zu Darmstadt am 11. Juni 1811 ein Regulativ über die Bewirtschaftung der Kommunal-
waldung zu Brilon, "deren Gelderlöse in die Stadtkasse zu fließen haben". Die spätere preußische Verordnung am 24. Dezember 1816 übertrug den Gemeinden unter staatlicher Aufsicht die Selbstverwaltung ihrer Wälder und verpflichtete sie, entweder eigene "gehörig ausgebildete" Forstbedienstete einzustellen oder die Bewirtschaftung des Waldes einer benachbarten staatlichen Oberförsterei zu übertragen.

Nachdem sich diese von der Regierung Arnsberg getroffenen Regelungen als unzureichend erwiesen hatten, erfolgte 1827 die Bildung von vier Forstverwaltungsbezirken für Gemeindewälder im Regierungsbezirk Arnsberg, denen sich die Stadt Brilon anschloss. Damit entstand für Brilon zum ersten Mal eine zuständige Kommunaloberförsterei. Die Verfassung dieses Gemeinde-
Oberförsterei-Verbandes, ab 1934 "Forstamtsverband" genannt, gründete sich auf den Bestimmungen der Oberpräsidial-Instruktion des Oberpräsidenten der damaligen Provinz Westfalen. Ab 1962 konstituierte sich der Verband nach dem Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit von 1961 als Körperschaft des Öffentlichen Rechts.

Städtischer Forstbetrieb ab 1994
Diese eigene kommunale Forstverwaltung wurde abgelöst, nachdem die Stadt Brilon dem staatlichen Regionalforstamt beitrat und mit ihm ab Juli 1973 einen Betriebsleitungsvertrag abschloss, der erst mit Wirkung vom 31. Dezember 1993 seitens der Stadt gekündigt wurde. Der Rat hatte im Sommer 1993 beschlossen, mit Beginn des Jahres 1994 wieder eine städtische Betriebsleitung einzusetzen, womit die Voraussetzungen für den heutigen Forstbetrieb Brilon geschaffen wurden.

 

Borbergsfriedhof

Borberg
Ein beliebtes Ausflugsziel im Briloner Stadtforst ist der Borberg, auf dem eine frühmittelalterliche Wallanlage stand, die in den 80 er Jahren ausgegraben wurde.
Besonders schön ist auch die Aussicht ins Ruhrtal und die Sauerländer Berge bis hin zu den Bruchhauser Steinen.